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… Fortsetzung (Filtertechnik & Infrarotfilter)



durch den Wood-Effekt wird Blattgrün weiß 5) Der Wood-Effekt

Wie bereits erwähnt, sind das helle Blattgrün und auch der dunkler Himmel ganz typisch für Aufnahmen im infraroten Bereich. Und wie auch schon angedeutet, ist der IR-Filter zwar ein Rotfilter, aber für Rotbereiche, die das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann. Die Farben, die das menschliche Auge sieht, gibt es im infraroten Bereich eben nicht. Das Blattgrün ist daher nur für die Wahrnehmung über das Auge grün, aber mit anderen Sensoren, oder auch Sinnen, stellen sich die Blätter und auch der Himmel ganz anders dar.

1919 beschrieb der amerikanische Physiker Robert Williams Wood  den Effekt, der die Infrarot-Fotografie so reizvoll macht. Das Blattgrün (also das Chlorophyll) ist für infrarote Wellenlängen transparent, d.h. sie gehen glatt durch. Aber in Blättern befindet sich auch noch jede Menge Wasser und an der Oberfläche der Wassermoleküle wird die einfallende IR-Strahlung komplett reflektiert. So wird eine Baumkrone zu einem riesigen Infrarotspiegel.

Doch außerdem spielt noch ein anderer Vorgang mit in diesen Effekt hinein. Das einfallende Sonnenlicht am Tage besteht zu einem großen Teil aus energiereicher UV-Strahlung. Sinnigerweise können Pflanzen mit so viel UV gar nichts anfangen. Wie bitte? Pflanzen brauchen doch Sonnenlicht zum Gedeihen. Ja, aber sie verwerten die Strahlung nicht so, wie sie „angeboten“ wird, sondern wandeln sie derart, dass sie etwas damit anfangen können. Das hat auf atomarer Ebene etwas mit dem Abfallen von Elektronen auf ein anderes Energieniveau zu tun, ohne allzu sehr ins Detail gehen zu wollen. Und bei diesem Vorgang wird Wärmestrahlung (also so genannte „ferne“ infrarote Strahlung) abgegeben. Blätter würden sonst bei normaler Sonneneinstrahlung schon verbrennen!
Die genannten Eigenschaften eines Blattes führen dazu, dass ein System, das auf die Wahrnehmung von IR ausgerichtet ist, an dieser Stelle eine starke Helligkeit registriert.
Tja, und Himmel werden deswegen so dunkel, weil dort die UV-Strahlung vorherrscht. UV-Strahlung wird mittels eines IR-Filters aber gesperrt. Während der Effekt der hellen Blätter an einem Sommer-Sonnen-Tag am besten abends zu beobachten ist (auch weil sich die Blätter den Tag über aufgeheizt haben), bekommt man den dramatisch dunklen Himmel am ehesten gegen Mittag hin und dann auch am besten, wenn man mit der Sonne fotografiert.

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